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2017: Die Heiratsvermittlerin

Die Heiratsvermittlerin

Das Dramatische Hoftheater hatte im Jahr 2017 ein kleines Jubiläum zu feiern: Bereits seit fünf Jahren zeigt das Ensemble im wunderschönen Ambiente des Herrenhof Mußbach Klassiker der Bühnenliteratur.
Da die Anzahl der Mitwirkenden stetig angestiegen ist, fiel die Stückauswahl diese Saison auf die amerikanische Farce „Die Heiratsvermittlerin“ von Thornton Wilder. Wilder, der zweimal den berühmten Pullitzerpreis gewann und unter anderem auch für Alfred Hitchcock als Drehbuchautor gearbeitet hat, gehört zu den zeitgenössichen Autoren des letzten Jahrhunderts, die es mittlerweile zu Klassikerstatus gebracht haben.
„Die Heiratsvermittlerin“ diente als Vorlage für das berühmte Musical „Hello Dolly“, das bis heute zu einer der erfolgreichsten Produktionen seines Genres gehört, vor allem bekannt geworden durch die Verfilmung mit Barbara Streisand in der Titelrolle.

Die quirlige Witwe Dolly Gallagher Levi (Christina Jakobs) hält sich in der Großstadt New York mit allerlei Dienstleistungen, vor allem mit der Vermittlung potentieller Ehepartner über Wasser. Sie träumt dabei von einem unbeschwerten und finanziell sorgenfreien Leben und hat daher den reichen, aber mürrischen Kaufmann Horace Vandergelder (Wolfgang Braunstein) aus Yonkers als neuen Gatten ins Auge gefasst. Eigentlich soll sie nur für ihn eine passende Braut ausfindig machen. Die gewitzte Dolly unternimmt alles, um Vandergelder unterschwellig die Idee einzupflanzen, dass eigentlich sie allein als die Frau an seiner Seite in Frage kommt. Doch dieses Unterfangen erweist sich als äußerst kniffelig, wenn auch amüsant...
Unterdessen machen sich Vandergelders beide Angestellte Cornelius Hackl (Guntram Raquet) und Barnaby Tucker (Lucas Müller) ohne Wissen ihres Chefs ebenfalls auf nach New York, um endlich Mädchen kennenzulernen und Abenteuer zu erleben. Dabei treffen sie auf die gleichfalls abenteuerlustigen Hutmacherinnen Irene Molloy (Debora Thomas-Chmielus) und Minnie Fay (Mara Braunstein).
Und noch ein weiteres Paar beschließt, der Vorstadt Yonkers den Rücken zu kehren, nämlich Vandergelders hübsche und unbedarfte Nichte Ermengarde (Miriam Steinbacher) und ihr Liebhaber, der Künstler Ambrose Kemper, die mehr schlecht als recht nach Manhattan durchbrennen. Ihnen auf den Fersen der Kleingauner und Intrigant Malachi Stack (Alfred Stengel), der für Vandergelder allerlei Gelegenheitsjobs wahrnimmt.
Es kommt, wie es kommen muss: In der Millionenstadt laufen sich andauernd alle über den Weg und dies führt zu zahlreichen Verwicklungen, die Dolly einige Mühen kosten, um die Fäden in den Händen zu behalten...
Am Ende haben sich vier Paare gefunden und es bleibt die Erkenntnis, dass man sein Leben aktiv selbst in die Hand nehmen muss, um die richtige Mischung aus behaglicher Beschaulichkeit des Alltags und amüsanter Abenteuerlust zu finden.