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2014: Volpone

Geld, Geld, Geld – Geld regiert die Welt.

In der Spielsaison 2014 hat sich das „Dramatische Hoftheater“ einer schwarzen Komödie angenommen, die an Bosheit und turbulenter Handlung kaum zu überbieten ist und rücksichtslos aufdeckt, wie Geldgier den Charakter verdirbt.

Es geht um den äußerst vermögenden und ausgekochten Fuchs Volpone, der sich absichtlich todkrank stellt, um seine Mitmenschen um ihr Hab und Gut zu bringen. Er verspricht jedem einzelnen der Erbschleicher, die sich an seinem Krankenlager zusammenrotten, nur ihn alleine in seinem Testament zu bedenken, wenn er ihm als Gegenleistung zu Lebzeiten sein Vermögen und andere Annehmlichkeiten zukommen lässt. Mit Hilfe von Mosca, einer „Schmeißfliege“ in seinen Diensten, belügt und betrügt er die Aasgeier und presst die schrägen Vögel wie eine Zitrone aus. Und dennoch übertreffen sie sich auf geradezu groteske Weise bei den Versuchen, ihm in den Rachen zu werfen, was immer er sich wünscht.

Je mehr Volpone erreicht, um so aberwitziger und größenwahnsinniger wird er. Die Handlung gerät außer Kontrolle und verselbstständigt sich.... Eine Komödie, wie gemacht für das 21. Jahrhundert.
Doch das Lustspiel „Volpone“ hat bereits mehr als vierhundert Jahre auf dem Buckel. Geschrieben wurde die bitterböse Satire um 1606 von Ben Jonson, der als Konkurrent und Zeitgenosse Shakespeares in die Weltliteratur einging.

Mit derber Ehrlichkeit und unnachahmlicher Situationskomik deckt Jonson die Mechanismen auf, die Menschen auf der Jagd nach dem großen Geld alle Moral vergessen lässt.

Konsequenterweise gab Stefan Zweig seiner eigenständigen Bearbeitung aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts den Untertitel „eine lieblose Komödie“.

Mit seiner temporeichen, schrägen und witzigen Inszenierung, die Anklänge an die comedia dell’arte erkennen lässt, drückt das „Dramatische Hoftheater“ dem berühmten Theaterstück seinen eigenen Stempel auf und hofft, dass dem Publikum nicht zu sehr das Lachen im Halse stecken bleibt...

Besetzung:
Volpone, ein reicher Levantiner: Markus Mohr
Mosca, seine Schmarotzerin: Debora Thomas-Chmielus
Voltore, Notar: Alfred Stengel
Corbaccio, ein alter Wucherer: Christina Jakobs
Corvino, Kaufmann: Guntram Raquet
Leone, Capitano, Sohn des Corbaccio: Lucas Müller
Colomba, Gattin des Corvino: Christina Jakobs
Canina, eine Kurtisane: Kristina Brandenburger
Richterin: Ulla Dyck
Oberster der Sbirren: Wilfried Schneider

Fotos: Reiner Engwicht

Die Aufführungen fanden in Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft Herrenhof Mußbach statt.